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01.03.1991 Gebäude der Bundesbank 1991

Frankfurt als Sitz der Bundesbank

Das Bundesbankgesetz von 1957 bestimmte, dass die Bundesbank ihren Sitz am Standort der Bundesregierung haben sollte. Solange der Sitz der Bundesregierung sich allerdings nicht in Berlin befand, hatte die Bundesbank ihren Sitz in Frankfurt am Main, legte das Gesetz fest. Auf Initiative des Landes Hessen änderte der Gesetzgeber diese Vorschrift des Bundesbankgesetzes mit Wirkung vom 1. März 1991, indem § 2 Satz 3 des Gesetzes nun abschließend festlegte: "Die Bank hat ihren Sitz in Frankfurt am Main". Damit wurde eine weit zurückreichende Debatte um den Sitz der Bank beendet.

01.08.1991  Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Helmut Schlesinger

Helmut Schlesinger

Am 1. August 1991 übernahm Helmut Schlesinger das Amt des Bundesbankpräsidenten von Karl Otto Pöhl. Pöhl hatte kurz zuvor überraschend seinen Rücktritt erklärt, nachdem er sich in den Verhandlungen über die innerdeutsche Währungsunion mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl überworfen hatte.

Der diplomierte und habilitierte Volkswirt Schlesinger war bereits ab 1952 bei der Bank deutscher Länder und später bei der Bundesbank tätig gewesen. Seit 1972 war er Mitglied des Direktoriums und seit 1980 Vizepräsident der Bundesbank. Schlesinger übernahm das Amt des Bundesbankpräsidenten in einer politisch und wirtschaftlich schwierigen Lage für Deutschland. Trotz der schwachen Konjunktur entschied er Anfang der 1990er-Jahre, die Leitzinsen weiter zu erhöhen, um damit die steigende Inflation zu begrenzen. Die Bundesbank wurde dafür auch als "Konjunkturkiller" kritisiert. Schlesinger war indes von der Wichtigkeit einer stabilen D-Mark überzeugt:

Stabiles Geld braucht nicht nur eine stabilitätsorientierte Politik von Regierung und Notenbank. Sie braucht ein entsprechendes Verhalten der Wirtschaft, der Tarifpartner und der Konsumenten – gewissermaßen eine 'Stabilitätskultur' in Öffentlichkeit und Politik.

07.02.1992 Genscher unterzeichnet Maastrichter Vertrag

Vertrag von Maastricht unterzeichnet

Am 7. Februar 1992 unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten der Europäischen Union den Vertrag von Maastricht. In Kraft trat er 1993 und legte damit den Grundstein für die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion.

Der Maastricht-Vertrag sah die Einführung der Wirtschafts- und Währungsunion in drei Stufen vor. Die erste Stufe begann mit der Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen zwischen den Mitgliedstaaten rückwirkend zum 1. Juli 1990.

01.10.1993 Hans Tietmeyer

Hans Tietmeyer

Hans Tietmeyer wurde am 1. Oktober 1993 zum siebten Präsidenten der Bundesbank ernannt. Tietmeyer war in den 1980er-Jahren als Staatssekretär beim Bundesfinanzministerium tätig gewesen, bevor er 1990 Mitglied des Direktoriums der Bundesbank wurde. Er galt schon damals als ein unumstößlicher Verfechter der Politik des stabilen Geldes. Tietmeyer vertrat die Ansicht, dass eine europäische Währungsunion nur dann ein Fortschritt sei, wenn sie dauerhaft Stabilität ermögliche:

Niemand in Europa sollte ein Interesse daran haben, die Währungsunion auf einem schwankenden Fundament zu errichten. Darum ist die strikte Erfüllung der Konvergenzkriterien wichtiger als die Einhaltung des Terminplans.

01.01.1994 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des EWI vor dem Eurotower

Europäisches Währungsinstitut

Mit der Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI) begann am 1. Januar 1994 die zweite Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion. Das EWI war das Vorgängerinstitut der Europäischen Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Mitglieder waren die Zentralbanken aller EU-Staaten, die sich für die Einführung einer gemeinsamen Währung entschieden hatten. Das EWI sollte die Währungsunion regulatorisch, organisatorisch und auch logistisch vorbereiten. Darüber hinaus war das EWI dafür verantwortlich, die geldpolitische Koordination zwischen den Mitgliedstaaten im Hinblick auf die kommende Währungsunion zu verbessern. Die Verantwortung für die Geldpolitik blieb jedoch bis zum Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1999 bei den nationalen Zentralbanken.

15.12.1995 Brüsseler Euro-Marathon: Start der Währungsunion besiegelt

Der "Euro" wird geboren

Auf der Tagung des Europäischen Rates in Madrid einigten sich die Staats- und Regierungschefs im Dezember 1995 auf einen Fahrplan für die Einführung der gemeinsamen Währung. Die finale, dritte Stufe der Währungsunion sollte am 1. Januar 1999 beginnen. Auch ein Name war inzwischen gefunden: Die neue Währung, mit der die Europäerinnen und Europäer künftig von Lissabon bis Berlin bezahlen würden, sollte "Euro" heißen.

03.12.1996 Der Designer der Euro-Banknoten Robert Kalina präsentiert die neuen Euro-Banknoten

Gestaltungsentwürfe der Euro-Banknoten

"Zeitalter und Stile Europas" – das war das Thema, das das EWI für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben hatte. Das EWI forderte alle Notenbanken auf, Vorschläge einzureichen. Den Zuschlag bekam schließlich der Österreicher Robert Kalina. Der Grafiker aus Wien hatte bereits den Schilling für die Oesterreichische Nationalbank entworfen. Bei den Euro-Scheinen entschied er sich für Fenster, Tore und Brücken als Hauptelemente. Diese wirken zwar realistisch, haben aber keine realen Vorbilder – schließlich sollte sich kein Land benachteiligt fühlen.

01.06.1998 EZB-Präsident Duisenberg bei der Feier anlässlich der Gründung der EZB

Errichtung der Europäischen Zentralbank

Am 1. Juni 1998 nahm die Europäische Zentralbank (EZB) als Nachfolgerin des EWI ihre Arbeit auf. Ihren Sitz hat die EZB seither in Frankfurt am Main. Die geldpolitischen Entscheidungen für den Euro-Raum werden vom EZB-Rat getroffen. Darin sind neben dem EZB-Präsidenten sowie dem Vizepräsidenten und den vier weiteren Mitgliedern des Direktoriums auch die Notenbankgouverneure aller nationalen Zentralbanken des Eurosystems vertreten. Erster Präsident der EZB wurde der Niederländer Wim Duisenberg.

13.10.1998 Außenansicht der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main 1998

Geldpolitische Strategie der EZB

Im Oktober 1998 einigte sich der EZB-Rat auf eine gemeinsame geldpolitische Strategie für den Euro-Raum. Genau wie die Bundesbank setzte die EZB von Beginn an auf eine stabilitätsorientierte Geldpolitik. Das vorrangige Ziel des Eurosystems ist es, Preisstabilität zu gewährleisten. Der EZB-Rat definierte diese als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von unter zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Mai 2013 konkretisierte der Rat, dass dieses Ziel mittelfristig erreicht werden solle und die Preissteigerung im Mittel unter, aber nahe zwei Prozent betragen solle.

Der EZB-Rat entschied im Herbst 1998 außerdem, dass zunächst elf EU-Mitgliedstaaten an der dritten Stufe der Währungsunion teilnehmen durften. Diese Länder erfüllten alle Voraussetzungen, die sogenannten Konvergenzkriterien, um den Euro als Währung einzuführen. Dazu gehören neben Preis- und Wechselkursstabilität eine festgelegte maximale Höhe der langfristigen Zinsen sowie eine Obergrenze für den öffentlichen Schuldenstand eines Landes.

01.01.1999 Parade in Paris zum Start des Euro

Der Euro als Buchgeld

Am 1. Januar 1999 begann die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion mit der Einführung des Euro als Buchgeld. Alle Euro-Länder gaben ihre Staatsschuldentitel von nun an in Euro aus und auch an den Finanzmärkten notierten die meisten Kurse bereits in Euro. Gleichzeitig ging die geldpolitische Verantwortung von den nationalen Notenbanken auf das Eurosystem über. Viele Preise wurden ab diesem Zeitpunkt doppelt ausgewiesen – so konnten sich die Verbraucherinnen und Verbraucher frühzeitig an die neuen Währungsrelationen gewöhnen.

04.01.1999 TARGET2 Monitoring

Inbetriebnahme des Zahlungsverkehrssystems TARGET

Mit der Einführung des Euro nahm das Eurosystem auch das Zahlungsverkehrssystem TARGET (Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer) in Betrieb. Damit können eilige Euro-Zahlungen in Echtzeit abgewickelt werden. TARGET schaffte damit die Voraussetzungen für die Entwicklung eines einheitlichen Geldmarkts im Euro-Währungsgebiet.

27.05.1999 Das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank im Jahr 1999

Eröffnung des Geldmuseums der Deutschen Bundesbank

Im Mai 1999 eröffnete die Bundesbank ihr Geldmuseum in Frankfurt am Main. Bis dahin war die Ausstellung nur nach vorheriger Anmeldung für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen. Zu sehen waren unter anderem Exponate aus der Münz- und Geldscheinsammlung. Darüber hinaus brachte das Museum die komplizierten Zusammenhänge von Geld- und Währungspolitik den Besucherinnen und Besuchern über Medien und interaktive Spiele näher.

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Das neue Geldmuseum

17 Jahre nach der ersten Überarbeitung hat die Bundesbank ihr Geldmuseum im Dezember 2016 neu eröffnet. Die Ausstellung wurde zwei Jahre lang neu konzipiert und umfassend erweitert. Das Museum nähert sich den Themen Bargeld, Buchgeld, Geldpolitik und Geld global in unterschiedlichen multimedialen Ansätzen und richtet sich ausdrücklich auch an das junge Publikum. Um die oft abstrakten Themen einer Zentralbank zu vermitteln, knüpft die Ausstellung an der Lebenswirklichkeit der Besucherinnen und Besucher an. So wird das Thema Zahlungsverkehr anhand eines fiktiven Besuchs in einer Bankfiliale erlebbar gemacht. Während des Aufenthalts in einem nachgebauten Supermarkt erfährt der Museumsgast, was Inflation bedeutet und warum stabiles Geld so wichtig ist.
Der Eintritt in das Museum ist frei.

Für viele Besucherinnen und Besucher faszinierend: Ein Goldbarren zum Anfassen.
Vitrine im neuen Geldmuseum der Bundesbank
01.09.1999 Ernst Welteke

Ernst Welteke

Am 1. September 1999 begann die Amtszeit von Ernst Welteke als Präsident der Bundesbank. Der Diplomvolkswirt begann seine Karriere in der Politik und war über 20 Jahre Mitglied des Hessischen Landtags. 1995 wurde er zunächst Präsident der Landeszentralbank in Hessen, bevor er 1999 die Nachfolge von Hans Tietmeyer antrat.

Wir brauchen interne Geldwertstabilität, weil sie notwendige Voraussetzung für eine gut funktionierende Marktwirtschaft ist, weil Geldwertstabilität der beste Beitrag der Geldpolitik für wirtschaftliches Wachstum ist und nicht zuletzt, weil Geldwertstabilität wichtig ist für soziale Gerechtigkeit.

01.09.2001

Das "Frontloading" beginnt

Im September 2001 begann die Bundesbank damit, die Kreditinstitute vorzeitig mit Euro-Bargeld auszustatten. Dieses sogenannte "Frontloading" war aus logistischen Gründen notwendig, damit zu Beginn der Währungsumstellung im Januar 2002 alle Banken über ausreichend Euro-Bargeld für die ersten Tage verfügten. Die Banken konnten das Geld in eigener Verantwortung bereits an ihre Geschäftskunden weitergeben. Die Bundesbank ging von einem Frontloading-Bedarf in Höhe von 68 Milliarden Euro in Banknoten und etwa 4,4 Milliarden Stück Euro-Münzen aus.

Einlagerung von Euromünzgeld auf dem Bundeswehrgelände in Mechernich
Lagerung von Banknotenpaketen der Stückelung 500 Euro  in der Hauptstelle Düsseldorf
17.12.2001 Jugendliche kauft im Dezember 2001 ein Euro-Starterkit

Die Euro-Starterkits

Am 17. Dezember 2001 begannen die Kreditinstitute damit, Euro-Haushaltsmischungen an die Bürgerinnen und Bürger abzugeben. Diese sollen der Bevölkerung dabei helfen, sich mit den neuen Münzen vertraut zu machen. Die Münzhaushaltsmischungen enthielten je 20 Euro- beziehungsweise Cent-Münzen im Gesamtbetrag von 10,23 Euro. Dies entsprach einem Gegenwert von 20 DM.

01.01.2002 Berliner feiern die Einführung des Euro auf der Silvesterparty am Brandenburger Tor

Der Euro als Bargeld

Seit dem 1. Januar 2002 war der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in zunächst zwölf Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion. In Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Portugal und Spanien bezahlten die Bürgerinnen und Bürger von diesem Zeitpunkt an mit Euro-Banknoten und -Münzen. Wer wollte, konnte in Deutschland aber noch bis Ende Februar mit D-Mark zahlen.

Bis Ende 2001 waren etwa 15 Milliarden Euro-Banknoten mit einem Nennwert von 630 Milliarden Euro gedruckt und über 51 Milliarden Euro-Münzen im Gesamtwert von 16 Milliarden Euro geprägt worden.

In Deutschland standen viele der Einführung des Euro zunächst skeptisch gegenüber. Kritische Stimmen fürchtete vor allem um die Stabilität der Währung – hatte die D-Mark sich doch über 50 Jahre lang als stabil erwiesen. Bereits kurz nach der Einführung des Euro stieg die Zustimmung für den Euro allerdings deutlich.

30.04.2002 Letzte Sitzung des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main

Strukturreform der Bundesbank

Die Einführung des Euro brachte auch für die Bundesbank einige Veränderungen mit sich. Am 22. März 2002 verabschiedete der Bundesrat das 7. Bundesbankänderungsgesetz, das am 30. April in Kraft trat. Nach langer Diskussion entschied sich der Gesetzgeber für ein zentralistisches Modell. Als alleiniges Leitungs- und Entscheidungsorgan trat ein achtköpfiger Vorstand an die Stelle des Zentralbankrats, des Direktoriums sowie der Vorstände der Landeszentralbanken. Die neun Hauptverwaltungen verloren ihre bisherigen Bezeichnungen "Landeszentralbanken". Sie werden seither jeweils von einem Präsidenten geleitet, der dem Vorstand der Bundesbank untersteht. Die bisherigen Haupt- und Zweigstellen der Bundesbank wurden von nun an als Filialen bezeichnet.

30.04.2004 Prof. Dr. Axel A. Weber

Axel A. Weber

Am 30. April 2004 trat Axel A. Weber die Nachfolge von Ernst Welteke als Bundesbankpräsident an. Welteke war kurz zuvor von seinem Amt zurückgetreten.

Weber lehrte zuvor unter anderem Wirtschaftstheorie und Internationale Ökonomie an den Universitäten in Bonn und Köln. Seit 2002 war er zudem Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Webers Amtszeit war vor allem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren ab 2007 geprägt.

Transparenz ist zu einem Schlüsselelement im Erscheinungsbild einer modernen Geldpolitik geworden.