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17.10.1973 Radfahrer und Fußgänger bevölkern am ersten "Sonntag ohne Auto" die Schadow-Straße in Düsseldorf.

Ölkrisen

In den 1970er Jahren verzeichnete Deutschland einen starken Anstieg der Inflation. Grund dafür waren vor allem die hohen Energiepreise. Im Herbst 1973 drosselte die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die Öl-Exporte in den Westen. In Deutschland führte die Bundesregierung daraufhin autofreie Sonntage ein. Ende 1979 kam es im Zuge des Kriegs zwischen Iran und Irak abermals zu kurzzeitigen, starken Preisanstiegen. Die Ölkrisen belasteten auch die deutsche Wirtschaft.

Tankstelle mit Werbung für den "Superpreis" von 1,06 Mark für einen Liter Diesel-Kraftstoff
Zapfsäule einer Tankstelle in Göttingen mit einem "Ausverkauft" Schild.
01.12.1974 Verfallenes Nebengebäude des Hochschulgeländes vor der Renovierung

Die Hochschule der Deutschen Bundesbank

Die Bundesbank erhielt im Dezember 1974 in einem Zwangsversteigerungsverfahren den Zuschlag für das im Westerwald gelegene Schloss Hachenburg. Dort wurde nach einer umfassenden Sanierung im November 1976 die zentrale Bildungsstätte der Bundesbank eröffnet.

Heute bietet die Hochschule in Hachenburg das bundesweit einzige duale Bachelorstudium zum Zentralbankwesen an.

Der Markplatz von Hachenburg im Winter. Im Hintergrund ist die Hochschule der Deutschen Bundesbank.
Der Schlosshof der Hochschule im Winter
31.05.1977 Otmar Emminger

Otmar Emminger

Am 1. Juni 1977 trat Otmar Emminger das Amt des Bundesbankpräsidenten an. Der Ökonom und Jurist arbeitete seit bereits 1950 für die Bundesbank und ihre Vorgänger-Institution Bank deutscher Länder (BdL).

05.12.1978 Bundeskanzler Helmut Schmidt  im Gespräch mit dem französischen Staatspräsidenten Valery Giscard d'Estaing bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Verhandlungen über das Europäische Währungssystem

Trotz des gescheiterten Bretton-Woods-Systems und der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Länder setzten sich die europäischen Länder weiter für eine tiefere Integration ihrer Währungen ein. Vor allem Deutschland und Frankreich trieben das Projekt Währungsintegration unter der Federführung des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt und des französischen Staatspräsidenten Valery Giscard d'Estaing voran.

Im Dezember 1978 beschloss der Europäische Rat die Errichtung des Europäischen Währungssystems (EWS). Das EWS war ein System von grundsätzlich festen, aber anpassungsfähigen Wechselkursen. Ziel war es, eine "Zone der Stabilität" zwischen den teilnehmenden Währungen, aber auch gegenüber dem US-Dollar zu schaffen.

13.03.1979 Tagung des Ministerrates der EG in Paris

Das Europäische Währungssystem trat in Kraft

Am 13. März 1979 trat das Europäische Währungssystem in Kraft. Ihm gehörten neben Deutschland, Belgien, Dänemark und den Niederlanden auch Frankreich, Italien und Irland an. Das Vereinigte Königreich nahm zunächst nicht am EWS teil.

Im Zentrum des EWS stand die Europäische Währungseinheit European Currency Unit (ECU), die dort als zentrale Bezugsgröße und Rechenmittel diente und von den Notenbanken zugleich als Zahlungsmittel und Reservewährung verwendet wurde. Die teilnehmenden Länder legten für jede Währung einen ECU-Leitkurs fest. Die meisten Wechselkurse konnten gegenüber dem jeweiligen Leitkurs um bis zu 2,25 Prozent nach oben oder unten schwanken. Um diese Bandbreite zu halten, sollten die Zentralbanken wenn nötig am Devisenmarkt eingreifen.

01.01.1980 Portrait von Karl Otto Pöhl

Karl Otto Pöhl

Karl Otto Pöhl trat das Amt des Bundespräsidenten am 1. Januar 1980 an. Pöhl, der in Göttingen Volkswirtschaftslehre studiert hatte, war unter anderem Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, bevor er 1977 zunächst als Vizepräsident zur Bundesbank kam.

01.01.1981

Das Europäische Währungssystem in der Krise

Schon bald nach dem Inkrafttreten des EWS zeigte sich, dass der Interventionsbedarf der Zentralbanken hoch war. Vor allem in den ersten Jahren des EWS mussten die Teilnehmerländer ihre Wechselkurse immer wieder anpassen. Gleichzeitig bemühten sich die Länder mit schwachen Währungen, ihre Inflationsraten durch eine restriktivere Geld- und Fiskalpolitik zu begrenzen.

Die D-Mark entwickelte sich im EWS zur informellen Anker- und Orientierungswährung. Die Bundesbank musste regelmäßig andere europäische Währungen gegen D-Mark aufkaufen, um deren Kurse zu stützen. Damit weitete sich die Geldmenge in Deutschland immer weiter aus und die Inflationsgefahr stieg.

Nach 1983 wurden die Wechselkurse im EWS seltener neu festgesetzt. Allerdings mussten viele Länder ihre Zinsen anheben, um die Inflation zu begrenzen. Das belastete wiederum die Konjunktur und den Arbeitsmarkt.

03.11.1986 Mehrere Hochhäuser an der Park Avenue in New York

Eröffnung der Bundesbankrepräsentanz in New York

Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl und Direktoriumsmitglied Leonhard Gleske eröffneten am 3. November 1986 die Repräsentanz der Bundesbank in der Park Avenue in New York.

Heute hat die Bundesbank neben den zwei Repräsentanzen in New York und Tokio auch zehn Auslandsvertretungen. Zu den wichtigsten Aufgaben der Repräsentanzen gehören die Beobachtung und Analyse des Finanzsystems und der wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort. Aber auch der persönliche Kontakt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den Fachleuten vor Ort ist für die Bundesbank von besonderer Bedeutung.

01.06.1987 Mehrere Hochhäuser am Ufer eines Sees

Eröffnung der Bundesbankrepräsentanz in Tokio

Am 1. Juni 1987 eröffnete Bundesbankvizepräsident Helmut Schlesinger die Repräsentanz der Bundesbank in Tokio. Schlesinger betonte in seiner Rede die immer größer werdende Bedeutung eines umfassenden Netzwerks der Bundesbank, vor allem angesichts der zunehmenden Verflechtung der internationalen Finanzmärkte.

27.06.1988

Beginn der Verhandlungen zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion

Die Bundesbank wurde immer wieder dafür kritisiert, dass sie aufgrund der starken Position der D-Mark eine Sonderstellung im EWS einnahm. Dies stärkte den Wunsch der Teilnehmerländer nach einer gemeinschaftlichen, unabhängigen monetären Institution. Von dieser Institution erhofften sich einige Länder einen Ausgleich der nationalen Interessen.

Im Juni 1988 begannen die Verhandlungen über die Errichtung einer Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, die in drei Stufen umgesetzt werden sollte. Das EWS, das auch als Wechselkursmechanismus I bezeichnet wird, wurde mit dem Übergang zur dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1999 beendet.

Weitere Inhalte werden fortlaufend ergänzt.